Wirtschaftliche Entwicklung in der Region
Historisch war Magdenau-Wolfertswil vor allem land- und forstwirtschaftlich geprägt. Über Jahrhunderte lebten die Bewohner von Viehzucht und Ackerbau, ergänzt durch das Handwerk im Dorf. Bereits 1447 wird in Degersheim eine Mühle erwähnt, welche die umliegenden Höfe mit Mehl versorgte. Das Kloster Magdenau war ein wirtschaftlicher Mittelpunkt: Es besaß ausgedehnte Ländereien, führte einen eigenen Gutshof und eine Sägerei, betrieb Teiche zur Fischzucht (Magdenauer Weiher) und verwaltete Zehntabgaben. Die Klosterfrauen stellten zudem Produkte wie Käse, Honig und später kunstvolle Paramente (liturgische Textilien) her, die weit über die Region hinaus bekannt waren. Bis zur Französischen Revolution gehörte Wolfertswil verwaltungsmäßig zum Kloster; die Bauern waren also klösterliche Untertanen und lieferten Abgaben an Magdenau. Mit der Integration in den Kanton St. Gallen 1803 endete diese Grundherrschaft, und Wolfertswils Bauern wurden selbständige Landwirte.